Die Sache mit dem Leben

Über Mut, Vertrauen, Freude und Trauer

ein Jahresrückblick


Und wieder ist eine ganze Weile verstrichen seit meinem letzten Artikel...

Das Jahr ist fast vorbei und es wird Zeit sich mal zurück zu besinnen, was ich in diesem Jahr unter anderem erlebt und gelernt habe.

 

Ich habe im Juli angefangen auf diesem Blog zu erzählen, was in meinem Leben passiert und worüber ich mir Gedanken mache. Und es hat sich gezeigt, dass ganz schön viele von Euch regelmäßig meine Artikel lesen. Teilweise mit Empörung, teilweise mit Humor, teilweise findet man sich in meinen Zeilen auch wieder. JA, die Niike erzählt so gut wie alles. Hier wird nichts schöngeredet und ich zeige auch nicht nur meine Schokoladenseite, geschweige denn dass ich nur von positiven Dingen aus meinem Leben berichten würde. Wenn ich aus meinem Leben erzähle, dann ja wohl auch richtig. Meine Entscheidung war nicht, mein Leben ins Außen abzugeben, meine Entscheidung war es, über all die Dinge zu schreiben um ein wenig meine Gedanken sortieren zu können, aber auch um Euch da draußen Mut zu machen, dass die Welt sich nicht geradeaus dreht und dabei immer glitzert – und das auch gut so ist. Jeder Mensch hat Höhen und Tiefen in seinem Leben. Jeder Mensch hat seine Dämonen, die einen begleiten. Und es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine mit diesen Dingen ist. Vielen von Euch konnte ich durch meine Worte Trost geben, anderen habe ich Mut gemacht. Ich war Ansprechpartner für Dinge, die man nicht jedem anvertrauen kann. Und selbst habe ich von einigen von Euch so tolles Feedback und Kommentare erhalten, die mir halfen, meine Situationen noch besser für mich zu reflektieren.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Euch allen bedanken! Besonders für Euer Vertrauen, aber auch für die lieben, Mut machenden Worte... und auch für Eure Kritik! Nicht alle können nachvollziehen, was ich hier tue und warum. Manche Kritik ist härter als andere. Auch werden meine Texte teilweise verglichen mit einem Unfall: Man findet es beängstigend, schockierend, entrüstend, beschämend... aber man muss trotzdem hinsehen.

Natürlich mache ich mir Gedanken darüber, was Ihr wohl denkt, wenn Ihr meine ehrlichen Zeilen lest. Vor allem, weil ich weiß, dass viele dabei sind, die mich kennen. Besonders diejenigen, die mich aus einem beruflichen/professionellen Kontext kennen...

Immer offen und ehrlich zu sagen, was man denkt, ist nicht in jeder Situation weise. Es wird immer Leute geben, die damit nicht umgehen können und es wird immer Situationen geben, wo man bereut, was man tut. Das gehört nun mal dazu.

Ich kann aber sagen, dass mir dieser Blog in diesem Jahr sehr geholfen hat und ich anderen auch auf gewisse Art und Weise helfen konnte. Das alleine ist erst mal, was für mich zählt. Jeder da draußen kann entscheiden, ob er meine Artikel lesen möchte, genau, wie jeder entscheiden kann, ob er mich mag oder nicht.

Wenn man es mal knall hart auf den Punkt bringt: Was habe ich denn damit zu tun, was Du darüber denkst? Wer ein Problem mit meinen Worten hat, der trägt etwas in sich, worauf er bei meinen Zeilen reagiert. Ein „Problem“, was gar nichts mit mir zu tun haben muss. Vielmehr geht es darum, dass ich eine bestimmte Vorstellung des Menschen über mich, oder allgemein Moral, Ethik – oder was auch immer – gerade nicht erfülle. Aber das ist nicht meine Vorstellung. Das ist die Auffassung des Einzelnen und hat mit mir gar nichts zu tun!

Das ist bei fast allem im Leben so und nicht nur bei meinem Blog und meinen Themen, die ich hier anreiße.

 

Erst heute hatte ich wieder ein ganz wundervolles Gespräch mit einer guten Freundin zu diesem Thema. Wie sehr verbiegt man sich eigentlich im Leben, nur um anderen gerecht zu werden, anderen zu gefallen, es anderen Recht zu machen, dafür zu sorgen, dass es anderen gut geht... wie oft stellt man sich die Frage, was denken denn nun die anderen über mich, wie finden mich die anderen, was sagen sie über mich....

Es geht so oft nur um das Außen. Es geht so oft nur um die Anderen, dass man irgendwann gar nicht mehr weiß, wer man selber eigentlich ist. Was will ich, was tut mir gut, wann werde ich mir womit gerecht, wann gefalle ich mir, wann geht es mir gut???

Eine Frage des Selbstbewusstseins und des Vertrauens in sich selbst! Wann bin ich eigentlich authentisch. Wann bin ich ICH?!

 

Man wird groß mit den Erwartungshaltungen, Wünschen und Vorstellungen anderer. Diese werden uns in der Erziehung „übergestülpt“. Gleich so, wie die Probleme der anderen.  

Jeder Mensch ist geprägt, hat seine Lebenserfahrungen gemacht, ist in eine bestimmte Richtung erzogen worden... Man macht gute und schlechte Erfahrungen. All dies trägt man in sich und gibt es an den Nächsten weiter. Im besten Fall passiert dies alles in einem gesunden Maß, aber in den meisten Fällen prägen uns die ungesunden Ausmaße. Habe ich gelernt zu vertrauen – insbesondere mir selbst vertrauen zu können – so habe ich vermutlich auch ein gesundes Selbstbewusstsein. Ich habe gelernt zu trennen, was ich bin und was andere sind. Manche haben aber leider nicht so viel Vertrauen in sich selbst und haben gelernt darauf Rücksicht zu nehmen, was andere für richtig oder falsch halten. Man ist ja auch nicht mutig genug um selbst mal auf die Nase zu fliegen... Und was sollen denn die anderen bloß über mich denken, wenn mir ein Fehler unterlaufen ist!?

 

Am Ende befindet man sich ständig in emotionalen Chaossituationen und weiß gar nicht mehr, wer man eigentlich wirklich ist. Jedes Problem anderer wird zum eigenen Problem gemacht bis man nur noch an das Wohl anderer denkt und gar keinen Bezug mehr zu dem hat, was einem selbst guttun könnte. Man erfüllt nur noch die Erwartungen und Vorstellungen anderer. Egal, ob im Privatleben oder im Beruf. Dass das nicht auf Dauer gut gehen kann, ist wohl klar. Viele entwickeln bestimmte Ventile, nicht selten sind es Dinge, die einem im Grunde nur noch mehr Sorgen und Kummer bereiten, aber einem doch wenigstens das Gefühl geben, dass man noch irgendwo in sich selbst schlummert. Der eine geht oft feiern und betrinkt sich bis er nichts mehr mitbekommt, der nächste nimmt Drogen, andere werden depressiv, haben selbstzerstörerische Gedanken oder verletzen sich, Frustshoppen, Spielsucht, Kettenraucher, Fresssucht, Magersucht.... Man rutscht in irgendein Extrem um irgendwie wieder bei sich und seinen eigenen Problemen sein zu können. Um der Welt da draußen indirekt trotzig zu zeigen, dass man ein eigenes Leben führt.

Man geht so weit sich selbst kaputt zu machen, statt einmal einen Schritt früher darauf zu scheißen, was andere für richtig oder falsch halten. Warum macht man das?

 

Es geht nicht darum, ab sofort nur noch Dinge zu tun, die für einen gut sind, auch wenn man anderen bewusst schadet. Es geht nicht darum nur noch an sich zu denken und zuletzt an alle anderen. Aber es geht auch nicht darum, immer nur zuletzt an sich zu denken! Es geht um ein gesundes Maß der Dinge. Wie immer! Die goldene Mitte finden. Die Balance.

Das ist nicht immer leicht und das Ganze ist ein Prozess, der Dich Dein Leben lang begleitet. Du wirst immer wieder die Balance verlieren und wiederfinden müssen. Aber wenn Du lernst, ein bisschen besser darauf zu achten, was Dir guttut, dann wird es definitiv leichter gehen!!!

 

 

Dieses Jahr hat mir so viel gezeigt und im nächsten Jahr wird es wohl nicht anders sein.

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist an sich selbst zu glauben. Durch die Gründungen von FREYMUTH.Marketing und HELDENMUTH.Booking sowie SchniikeNiike ist mir bewusstgeworden, was es bedeutet hinter dem zu stehen, was man kann und will. An eine Idee zu glauben, Visionen umzusetzen und sich für die Dinge stark zu machen. Mutig zu sein und auch, verdammt noch mal, auf die Schnauze zu fliegen, bzw. zu scheitern.... ABER: deswegen nicht aufzugeben. So viele Zweifel und Ängste haben mich in diesem Jahr begleitet. So viele Existenzängste. Aber den Glauben an unsere Idee habe ich nicht verloren. Viele gute Dinge brauchen Zeit um reifen zu können und wenn man Glück hat und nicht aufgibt, kann man irgendwann auch die Früchte ernten. Es ist egal, was andere davon halten. Es geht darum, sich selbst zu verwirklichen, sich treu zu bleiben und etwas zu schaffen, was einen Mehrwert bringt – für einen selbst und auch für andere. Es wird immer Menschen geben, die das, was Du tust, nicht für richtig halten, die Dich belächeln oder Dir immer wieder sagen was Du anders und besser machen kannst und sollst. Manchmal haben sie Recht und haben richtig gute Tipps, die man befolgen sollte. Manchmal leben sie aber auch in ihrer Komfort-Zone und fühlen einfach nicht dieses Feuer, das Du fühlst. Im kommenden Jahr wird es noch einige Veränderungen geben. Vieles muss umstrukturiert werden, etwas fällt weg, anderes kommt hinzu. Ich werde in Bewegung bleiben und nicht aufgeben.

 

In diesem Jahr habe ich aber auch etwas ganz Anderes gelernt! Nämlich, was es bedeutet zu leben! Und zwar wirklich richtig zu leben... so, dass man glücklich und zufrieden sein kann.

Seine Balance finden und versuchen sie zu halten und sich Gutes zu tun... denn man weiß nie, wie lange man noch da sein wird.

Was gibt es krasseres als im selben Moment mit dem Tod und der Geburt konfrontiert zu werden. Erst erfährt man, dass die eigene Mama todkrank ist und kurz darauf, dass gerade ein neues Leben im eigenen Bauch heranwächst. Man fängt an sich Gedanken zu machen: Was bedeutet es eigentlich zu leben? Was ist der Sinn von alle dem? Wie ist das denn jetzt mit der Trauer und der Freude? Wie soll man mit solch konträren Gefühlen eigentlich umgehen?

Mir hat dieser Zustand gezeigt, dass es noch wichtiger denn je ist, dass wir lernen wieder viel bewusster mit uns und unseren Leben umzugehen. Wie oft befinden wir uns im Hamsterrad, im eigenen goldenen Käfig, in unserer Komfort-Zone und lassen die Dinge um uns herum passieren ohne sie bewusst zu erleben/wahrzunehmen und selbst zu gestalten/verändern (und NEIN! Leute, ein Facebook-Post zu aktuellen Geschehnissen gehört nicht zu bewusstem Erleben, Anteilnahme und Mitgestaltung. Das ist heuchlerisch und dient nur dazu Euer Gewissen zu beruhigen. Aber Ihr verändert ganz sicher nichts damit!).

Wer weiß, wieviel Zeit uns eigentlich bleibt um zu leben. Bis wir Platz machen, für einen neuen wundervollen Menschen, der mein weitervermitteltes Wissen weitervermitteln wird. Der Tod ist nichts, wovor man Angst haben muss. Der Tod ist nichts Negatives. Der Tod – ein Ende – bringt immer etwas Neues mit. Und das erlebe ich momentan tagtäglich. In meinem Bauch wächst aus einer Zelle ein Leben. In dem Bauch meiner Mama wächst aus einer Zelle der Abschied. Das ist schrecklich und schön zugleich. Es gehört aber zum Leben dazu, dass wir irgendwann gehen müssen. Der eine früher, der andere später. Wir können diese Zeit jedoch so wundervoll füllen, mit Dingen, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern und uns durch Erinnerungen und Überlieferungen weiterleben lassen. Auch, wenn ich meine Mama und meinen Papa gerne ewig da hätte, irgendwann ist da nun mal Tag X. Mich stimmt positiv, dass mein Knops im Bauch auch meine Mama und meinen Papa in sich trägt, genau wie ich meine Eltern in mir trage... Alles, was ich von den beiden gelernt habe, werde ich in irgendeiner Form weitergeben, mal ganz abgesehen von den Genen. Das ist der Lauf der Dinge. Ich bin natürlich traurig. Aber viel mehr bin ich dankbar. Dankbar für all die gemeinsamen Momente, Erkenntnisse, mein Leben, mein Wissen, mein Herz. Ich bin dankbar für eine tapfere Mama, die mir zeigt, was es bedeutet zu leben und wie ich sie immer in meinem Herzen tragen kann. Ich bin dankbar für die Zeit, die wir – gemeinsam – haben.

 

Am Ende des Jahres sagt man meist: „Mal sehen, was das nächste Jahr bringt – hoffentlich wird es besser als dieses Jahr.“ Ich weiß, was nächstes Jahr auf mich zukommen wird. Und ich Blicke den Aufgaben (ob schwer, ob leicht), die mich erwarten positiv entgegen. Ich werde weiter an den Aufgaben wachsen, werde herausfinden, was mir guttut und was nicht und werde am Ende dankbar sein für all die wundervollen Menschen, denen ich begegnet bin auf meiner Reise.

 

 

Mein Motto fürs nächste Jahr: Bleib mutig, nimm Dich selbst nicht immer zu ernst, bleib in Balance und hab Vertrauen!

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