Die Sache mit dem Leben

Monster in Deinem Kopf


Kennst Du diese Tage, wo alles, was Du anpackst, schief zu laufen scheint?! Du hast eh schon schlecht geschlafen und wolltest gar nicht aufstehen. Es ist zu dunkel, zu kalt, zu nass draußen, du bist zu müde und überhaupt ist der Tag jetzt schon doof, ohne, dass er überhaupt begonnen hat... Ja und dann stehst Du doch irgendwann auf, quälst Dich ins Badezimmer, die Fliesen unter den nackten Füßen sind stechend-kalt und nachdem Du dich vom übertriebenen Pipidrang befreit hast, Dich mit dem letzten Blatt Klopapier zufriedengeben musstest, spuckt Dich die Toilette beim Spülen auch noch an... Oha –jetzt geht es erst richtig los: Zahnpasta leer; Wimperntusche im Auge; Kaffee auf der Bluse, weil man zu doof zum trinken ist; Bahn verpasst, weil man sich noch mal umziehen musste; in der Bahn schauen Dich alle an wie einen Schwerverbrecher und auf der Arbeit ist die Laune auch total daneben. Die gesamte Welt hat sich heute gegen Dich verschworen. Egal, was Du versuchst. Es geht schief. Diese Tage gibt es nicht selten. Aber am Ende des Tages, wenn man sich dann heimlich in seine Zuhause-Höhle verkrochen hat, ist meist doch wieder alles gut und über die eine oder andere Geschichte, kann man dann sogar lachen. Es war eben ein Murphy-Tag!

 

Viel schlimmer sind diese Tage, wo eigentlich alles super ist. Die Sonne scheint, alle sind gut drauf. Die Welt lacht Dir entgegen. Aber bei Dir ist irgendwie gar nichts fröhlich. Dein Herz fühlt sich schwer an, es stolpert vor sich hin und Deine Brust schnürt sich in regelmäßigen Abständen zusammen, so dass Du japsend und den Tränen nahe durch die Welt schlurfst. Die Schultern, der Kopf und auch die Beine sind viiiiiiiiiel zu schwer. Jetzt muss nur eine sentimentale oder doofe Sache passieren und schon strömen die Tränen aus Deinem Kopf als hätten sich Take That zum zweiten Mal aufgelöst und alle Deine kindlichen Traumschlösser sind eingestürzt, die Seifenblasen platzen und die Welt verdunkelt sich für alle Ewigkeit.

 

Solche Tage sind richtig mies. Und wenn man nicht aufpasst, dann bildet sich daraus direkt eine mega-gigantische Negativspirale – ein schwarzes Loch, dass alles in sich hinein saugt – und Du bist für die nächsten Tage oder sogar Wochen in einem depressiven Etwas gefangen und hast keine Ahnung, was Du dagegen tun kannst, außer auf die Welt und das Universum zu schimpfen, im Selbstmitleid zu versinken und sogar zu denken, dass Dich eh keiner liebt. Man fühlt sich machtlos, kraftlos und leer. 

 

Gerne schiebt man dann die Schuld für diese Misere auf die ganze Welt. Auf liebe Menschen, die einem nahe stehen oder auf alle anderen Menschen, die alle so blöd sind... oder vielleicht ist auch die Schildkröte Frieda vom Nachbarjungen schuld. Egal. Irgendwer muss ja schuld sein! Jedenfalls ist das das Einfachste: Die Anderen sind schuld! 

 

 

Aber leider muss ich Dir sagen: die Welt hat nichts damit zu tun, was Du fühlst und was da gerade in deinem Kopf passiert. Schuld daran sind einzig diese kleinen Monster in Deinem Kopf. Fiese grimassen-schneidende Monster mit vielen Armen und Beinen, roten Augen oder messerscharfen Zähnen und Krallen. Diese kleinen Monster sind seit Du denken kannst da. Die ernähren sich von allem Blöden, was Dir in Deinem Leben passiert ist. Die vergessen nix. Jeder noch so peinliche Moment wird aufgesogen wie ein Schwamm. Jedesmal, wenn irgendjemand mal etwas gegen Dich gesagt/getan oder Kritik geäußert hat, waren diese kleinen Monster da und haben fleißig mitgeschrieben. Und wenn dann mal gerade alles gut für Dich zu laufen scheint, dann kommen sie besonders gerne aus ihren Verstecken und fangen mit der Gehirnwäsche an: Du kannst das doch eh nicht, Du bist ein Taugenichts, was hast Du jemals erreicht, Du bist alleine, Dich mag eh keiner, Du bist allen egal, Du bist häßlich, Du bist dick, Du bist dumm,..... Ach, was die so alles gerne mal erzählen, was man nicht hat und nicht kann und niemals erreichen wird. Die wissen ganz genau, wie sie Dich kriegen! Jedesmal. Sie hören nicht auf, bis Du vor Selbstmitleid erstickst und alles glaubst, was sie Dir in Deinem Kopf zusammenreimen. 

 

Dieses Spiel treiben sie schon so lange, dass Du gelernt hast all das selbst von Dir zu behaupten. Aber, wie wir Menschen nunmal erzogen werden: Aufgeben darf man nicht. Man muss weiter machen! Dir bleibt also nichts anderes übrig, als Dir einen dicken Panzer zu bauen, damit Du das alles aushalten kannst. JEDOCH: Ein Panzer schützt Dich nunmal nur vorm Außen und nicht vorm Innen. Die Parasiten sind ja aber in Deinem Kopf. Kommt mal ehrliche und echte Kritik von Außen, oder eine schwierigere Situation, dann kannst Du damit gar nicht mehr umgehen und blockierst sofort. Nach Außen lässt Du alle Schuld von Dir abprallen und gibst sie den ganzen anderen unfairen Menschen oder Dingen in Deinem kleinen individuellen Universum. Kritikfähigkeit, Selbstbewusstsein, Mut sich mal Fehler einzugestehen und etwas an sich zu ändern fehlt komplett. Stattdessen lässt Du, dank Deines Super-Panzers, zu, dass Dich von Außen keiner mehr kriegt und die kleinen Monster in Deinem Kopf volles Rohr loslegen können. Jetzt haben sie die Macht und hämmern auf Kopf und Herz ein. Bis sie iiiiirgendwann mal müde geworden sind und schlafen gehen... Dann ist die Welt wieder in Ordnung und es ist, als wäre nie etwas gewesen. Das geht so hin und her..... Himmelhochjauchzend-zutodebetrübt! Du hast komplett die Kontrolle über Dich verloren. Du hast verlernt Verantwortung für Dich zu tragen. Für Dein Wohl und Dein Recht auf ein glückliches, erfülltes Leben. Du kämpfst zwar jeden Tag für irgendwas was Glück heißt (irgendwo muss es ja schließlich auch für Dich da draußen sein), aber am Ende des Tages bist Du erschöpft und hörst lieber wieder auf die kleinen häßlichen Monster. Sie haben ja doch Recht. 

 

So ein Kampf – über viele Jahre – ist nicht nur verdammt anstrengend und kräftezehrend. Er ist vor allen Dingen total unnütz! Jetzt mal ehrlich: Warum gibst Du so kleinen dreckigen Monstern Macht und Kontrolle über Dein Leben?! Hättest Du ein Kind, würdest Du es dann zu Monstern geben, damit sie darauf aufpassen und es erziehen? Nee. Warum setzt Du Dich dann selbst immer diesen Monstern aus und lässt sie für Dich entscheiden? DU ALLEINE hast die Kontrolle und die Macht über Dich und Dein Leben. Lass die anderen Menschen gerne über Dich urteilen, wie sie wollen. Es ist normal, dass Dich nicht alle toll finden, lieben oder dass immer alles super gut funktioniert und die Welt nur für Dich glitzert und der liebe Gott und seine Engel nur für Dich singen und applaudieren...  Die Welt ist auch mal gemein und ungerecht. 

 

Aber: Lass einfach nicht mehr zu, dass die Monster sich davon ernähren können. Hab Mut und stelle Dich den Situationen, die schwierig sind; der Kritik, die vielleicht berechtigt ist. Sei stark und verändere das, was Dich nicht an Dein Ziel bringt. Gib auf, was vergebens ist und löse Dich endlich von all den dämlichen Mustern, die sich in Deinem Kopf verankert haben. Ich weiß, Du bist Dir mehr als bewusst über Deine Schwächen. Dafür brauchst Du keine Monster, die Dich andauernd daran erinnern. Schlag die Monster, in dem Du Deine vermeintlichen Schwächen in Stärke umwandelst. Dann brauchst Du keinen Panzer mehr, denn Du kannst jede Situation mit offenen Armen empfangen und mit dem kleinen Finger und Daumen wegschnicksen, wenn sie Dir nicht gefällt. Sei gelassen und ziehe einfach aus jeder Situation das Positive – einfach nur, um den kleinen Monstern kein Futter mehr zu geben. Mach das so lange, bis sie in der Ecke liegen und nicht mehr können, weil Du so mutig, selbstbewusst und stark geworden bist, dass sie jegliche Kraft verloren haben. Und an dem Punkt hörst Du nicht auf, sondern machst weiter und weiter... und genießt einfach Dein glückliches und zufriedenes Leben, mit Höhen und Tiefen, die Dich alle stets nur Deinem persönlichen Ziel näher bringen und Dich jedes Mal gelassener machen. Hab einfach Spaß und Lächle. 

 

.... und wenn die Monster doch noch ab und an da sind, dann kauf Dir einfach ganz viel Glitzer und ein Einhorn-Notizheft (findest Du bald in meinem Shop ;-) ) und bombardier alle Monster mit positiven Dingen, die Du immer fleißig mitschreibst, damit Du Dich jederzeit daran erinnern kannst! 

Du schaffst das. 

 

In Liebe 

 

Deine Niike

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Kommentare: 1
  • #1

    Lieselotte (Freitag, 30 September 2016 07:16)

    Hallo meine Liebe,

    du hast absolut Recht: wer sich aus angst vor der Umwelt zu sehr abkapselt, kriegt gar nichts mehr mit, lässt gar nichts mehr an sich ran.
    Ich finde aber auch, dass es okay ist, mal einen schlechten Tag zu haben. Manchmal fallen einem eben Dinge schwer, die an anderen Tagen ganz leicht scheinen. Manchmal läuft es tatsächlich einfach nicht, man bekommt eine schlechte Nachricht nach der nächsten. Weglächeln hilft da ja auch nicht. Manchmal muss man eben die Decke über den Kopf ziehen und schmollen, weinen, traurig sein, wütend, müde. Und dann sieht die Welt ja oft auch wieder besser aus :) Obwohl es natürlich auch stimmt, mutig zu sein, selbstbewusst und positiv denkend.
    <3
    Liebe Grüße,
    Lieselotte


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